Ein Appell der Menschlichkeit

"Romaria"-Wallfahrt im Zeichen von Solidarität mit Geflüchteten.
Rund 80 Teilnehmer waren beim 24-Kilometer-Fußmarsch von Schwechat nach St. Gabriel unterwegs. Foto: Franz Helm

Zu mehr Solidarität mit Geflüchteten hat am Samstag, dem 5. Mai 2018, die Solidaritätswallfahrt "Romaria" aufgerufen.

An dem von religiösen und sozialpolitischen Impulsen begleiteten 24-Kilometer-Fußmarsch von Schwechat bis nach St. Gabriel in Maria Enzersdorf beteiligten sich rund 80 Personen, die einen Appell der Menschlichkeit an Gesellschaft und Politik richteten.

Ein Friedensbaum im Don Bosco Flüchtlingswerk
Bei der Station im Don Bosco Flüchtlingswerk in Wien-Inzersdorf wurde ein Friedensbaum aufgestellt, der an die Möglichkeit eines guten Zusammenlebens erinnern soll. Der Baum stehe für Glauben, Geduld, ein "Empor ragen", Mut und Lebenskraft, so Eva Kern. "Glaube, Mut und Kraft brauchen nicht nur wir in der Flüchtlingsarbeit, sondern vor allem die jungen geflüchteten Menschen, um alles, was hinter und vor ihnen liegt, zu verarbeiten und zu schaffen."

Die Situation von Arbeitslosigkeit betroffener junger Menschen nahm Gabriele Kienesberger von der Aktion "Christlich geht anders" in den Blick. "Es gibt junge Menschen, also Jugendliche von 15 bis 25 Jahren, von denen manche es schwer haben, einen Zugang zu einem Ausbildungsplatz und in Folge eine Arbeitsstelle zu finden", erläuterte Kienesberger und verwies zugleich auf das Projekt "Hands On".

Mehr Engagement wünsche man sich etwa von der Bundesregierung, die aktuell aber eher einen "Abbau des Sozialstaates" betreibe, kritisierte Christoph Riedl vom evangelischen Hilfswerk Diakonie. Auswirkungen habe das auch auf Flüchtlinge. "Ihnen werden nicht nur ihr Geld und ihre Telefone abgenommen, sondern es werden ihnen alle Rechte genommen."

Auf die Situation afghanischer Flüchtlinge machte Anny Knapp, Obfrau der Asylkoordination, aufmerksam. Diese seien zuletzt trotz Unbescholtenheit vermehrt von Abschiebungen betroffen gewesen. Ihre Situation sei "massiv bedroht". Die Abschiebungen erklärte Knapp zu einem Verstoß gegen grundliegende Menschenrechte und gab zu bedenken: "Viele der Menschen, die nach Afghanistan abgeschoben wurden oder von Abschiebung bedroht sind, haben nie in Afghanistan gelebt, bevor sie nach Europa kamen. Sondern hielten sich unter schwierigsten Bedingungen, recht- und perspektivlos in Nachbarländern wie Pakistan oder dem Iran auf."

#SicherSein
Die Asylkoordination startet deshalb am 8. Mai gemeinsam mit NGOs aus dem Flüchtlingsbereich die Kampagne "#SicherSein. Engagiert gegen Abschiebungen nach Afghanistan". Ziel ist es, die Bewegung gegen Abschiebungen nach Afghanistan breiter zu machen und menschenrechtskonforme Entscheidungen im Asylverfahren zu erreichen. Menschen, die aktuell von Abschiebung bedroht sind, wurde auch beim politischen Abendgebet gedacht, das die evangelische Pfarrerin Katharina Moser gehalten hatte.

Organisiert wurde die neunte Solidaritäts-Wallfahrt auch heuer wieder vom Don BoscoFlüchtlingswerk, den Steyler Missionaren, der Pfarre Schwechat, den Salesianern Don Boscos, der Katholischen Aktion sowie der Salesianischen Jugendbewegung.

(KAP/red)

Zurück zur Übersicht

Um die volle Funktionalität unserer Website zu gewährleisten bzw. unser Angebot zu optimieren setzt unsere Website Cookies. Weiterlesen …