Ebola in Sierra Leone

Hilferuf an die Internationale Gemeinschaft.
Salesianerbruder Lothar besucht Kranke.

"Wohlwollende Empfehlungen an die total überforderten Regierungen sind in der aktuellen Krisensituation nicht genug. Wir brauchen keine endlosen Debatten, sondern direkte und unmittelbare Materialhilfen an die Menschen - und das so schnell wie möglich!", so der Direktor von Don Bosco Fambul, Salesianerbruder Lothar Wagner.

Er fordert die internationale Gemeinschaft und die Weltgesundheitsorganisation dringend auf, sich stärker zu engagieren. "Wir brauchen ausgebildete Polizisten und Soldaten, die die Quarantäne-Maßnahmen zum Erfolg führen. Wir brauchen Seuchenexperten, mehr Ärzte und Pfleger sowie medizinische Geräte und Medikamente!"

Sierra Leone ist aufgrund der Ebola-Epidemie im Ausnahmezustand. Zunehmend bricht die öffentliche Ordnung zusammen, die Preise für Lebensmittel werden immer höher. Vor Kurzem forderte das deutsche Außenministerium deutsche StaaatsbürgerInnen zur Ausreise auf. Doch Bruder Lothar will bleiben: "Ich fühle mich berufen, dort zu helfen, wo die Not am größten ist.  Deshalb werde ich in Freetown bleiben und mithelfen, die Epidemie zu bekämpfen".

Unterstützt von Jugend Eine Welt leistet das Kinderschutzzentrum Don Bosco Fambul lebensrettende Aufklärungsarbeit, um eine weitere Ausbreitung der Ebola-Epidemie zu verhindern, u.a. über eine landesweit erreichbare telefonische Hotline. Mitarbeiter gehen mit dem Megafon durch die Straßen der Hauptstadt und informieren über das Virus, auch Radiokampagnen wurden ausgeweitet. Auf Bitte der Regierung nimmt Don Bosco Fambul seit Kurzem zudem Kinder auf, die ihre Eltern durch die Ebola Erkrankung verloren haben oder von ihren Familien ausgestoßen wurden.

Ebola wird in weiten Teilen der Bevölkerung mit Hexerei in Verbindung gebracht, was dazu führt, dass zahlreiche geheilte Menschen bzw. Kinder aus ihren Dörfern verstoßen werden. Die allgemeine Panik geht so weit, dass jede Erkrankung potenziell als Ebola verdächtigt wird. Lothar Wagner: "Es sterben zurzeit auch viele Menschen an heilbaren Krankheiten wie Malaria und Typhus, weil das medizinische Personal aus Angst vor Ebola zuhause bleibt oder die Menschen die Krankenhäuser meiden. Wir brauchen dringend Hilfe!"

Die Don Bosco Partnerorganisation Jugend Eine Welt unterstützt das Kinderschutzzentrum Don Bosco Fambul in Freetown/Sierra Leone.
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(Angelika Gerstacker)

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