Don Bosco und die vergessenen Jugendlichen

Filmabend über das Pademba-Gefängnis in Sierra Leone
Alberto López, P. Jorge Crisafulli SDB, Br. Günter Mayer SDB, Chernor Bah (v.l.n.r.)

Über 1,2 Millionen Kinder und Jugendliche werden weltweit in Gefängnissen oder Heimen festgehalten. Viele leiden unter Missbrauch, Gewalt oder Vernachlässigung.

Am 7. Oktober 2021 veranstaltete die Don Bosco Mission Austria einen Filmabend im Don Bosco Haus im 13. Wiener Gemeindebezirk. Gezeigt wurde der Film „Libertad“ von Raúl de la Fuente. Der Dokumentarfilm zeigt den gefährlichen Alltag minderjähriger Inhaftierter im Pademba-Gefängnis in Freetown, Sierra Leone und den engagierten Einsatz der Salesianer Don Boscos. Das Gefängnis wurde 1914 für 300 Gefangene gebaut und beherbergt zurzeit über 2.000 Personen.

Bei der anschließenden Podiumsdiskussion sprachen Salesianerpater Jorge M. Crisafulli SDB, Direktor von Don Bosco Fambul in Freetown, Chernor Bah, Mitarbeiter bei Don Bosco Fambul, Alberto Herrero López, Leiter Öffentlichkeitsarbeit der Misiones Salesianas, Madrid, und Dr. Henning Reuter, Arzt für Allgemeinmedizin, über die Probleme der jugendlichen Gefangenen und die hoffnungsvolle Arbeit der Salesianer Don Boscos und stellten sich den Fragen aus dem Publikum. Bruder Günter Mayer SDB, Geschäftsführer der Don Bosco Mission Austria moderierte und übersetzte die Diskussion fürs Publikum.

Minderjährige ohne Prozess oder Straftat inhaftiert
„Viele der Jugendlichen im Pademba-Gefängnis sind unschuldig und gerade Straßenkinder werden oft wegen Bagatelldelikten eingesperrt“, sagte Pater Jorge Crisafulli. „Die Minderjährigen werden ohne einen Prozess, ohne eine Straftat und sogar für das Schlafen auf der Straße inhaftiert. Sie erhalten keinen Rechtsbeistand, oft weiß niemand, wo sie sind, und, schlimmer noch, sie teilen sich Zellen mit Erwachsenen, denen Gewaltverbrechen oder sexuelle Übergriffe vorgeworfen werden.“

Häufig kommt es zu Missbrauch, Gewalt und Vernachlässigung. Zudem mangelt es an Sonnenlicht, Privatsphäre, angemessener Gesundheitsversorgung und Bildungsmöglichkeiten. Immer wieder kommt es aufgrund der katastrophalen hygienischen Zustände zu Krankheiten und Todesfällen.

Don Bosco Fambul hilft jugendlichen Inhaftierten
Don Bosco Fambul ist zurzeit die einzige Organisation, die im Gefängnis von Pademba tätig wird. Mit einem Anwaltsteam berät Pater Crisafulli die jugendlichen Inhaftierten. Sozialarbeiter bieten ihnen psychologische und medizinische Hilfe an, versorgen sie mit Lebensmitteln, Trinkwasser und Bildungsmöglichkeiten für ihre Wiedereingliederung in die Gesellschaft nach der Haftentlassung.

„Je mehr Menschen wir retten können, desto glücklicher bin ich. In diesem Fall junge Leute aus dem Pademba-Gefängnis. Wenn ich ihre innere Freude und ihr Lächeln im Gesicht sehe, wenn sie aus dem Gefängnis kommen, dann bin ich zutiefst glücklich. Was jeder Vater sich wünscht ist, dass sein Sohn glücklich ist.“ Pater Jorge Crisafulli abschließend.

Mit der Präsentation des Films starten die Salesianer Don Boscos auch die Kampagne "Unschuld hinter Gittern". In vielen Ländern Afrikas, Südamerikas und Asiens begleiten und betreuen die Salesianer Don Boscos minderjährige Gefangene. Das Pademba-Gefängnis ist ein Beispiel für die Arbeit der Salesianer mit Kindern und Jugendlichen in anderen Gefängnissen auf der ganzen Welt.

Die Don Bosco Mission Austria unterstützt die Arbeit der Salesianer Don Boscos in Sierra Leone, ihren Einsatz im Pademba-Gefängnis und in den Straßenkinderprojekten.

(dbma)

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