Don Bosco"-Bildungsanleihe finanziert Uni

Zwölf Millionen US-Dollar sollen über die "Don-Bosco"-Anleihe lukriert werden.

Die Don Bosco Partnerorganisation "Jugend Eine Welt" setzt auf "Social Impact-Anleihen", um in den kommenden Jahren den Ausbau der Universitäten der Salesianer Don Boscos in Ecuador zu ermöglichen.

Ab 29. Juni können Anleihen zu je 150.000 US-Dollar mit einem Zinssatz von 1,5 Prozent pro Jahr erworben werden. Die neue "Don Bosco"-Anleihe läuft auf sechs Jahre und soll zwölf Millionen US-Dollar einbringen. Geschäftsführer Reinhard Heiserer zeigte sich bei einer Pressekonferenz am Montag, dem 22. Juni 2015 in Wien zuversichtlich, dass die Summe in den nächsten Wochen oder Monaten lukriert werden könne, auch wenn die Anleihen aus Sicherheitsgründen in US-Dollar ausgegeben werden - eine Premiere für die Hilfsorganisation.

Mit dem Geld soll in den kommenden Jahren die Kapazitäten der Salesianer-Universitäten erweitert werden. Geplant sind der Bau von Gebäuden mit Labors, Werkstätten und Hörsälen, sowie der Ankauf von technischem Equipment für die Labors der Studiengänge Mechatronik und Fahrzeugtechnik. Ihre erste Universität in Ecuador, die "Universidad Politecnica Salesiana" (UPS), gründete der Orden 1994 in Cuenca, der drittgrößten Stadt Ecuadors. Mittlerweile hat die UPS auch Standorte in der Hauptstadt Quito und in Guayaquil. Zum 20-jährigen Jubiläum studierten an neun Fakultäten bereits mehr als 22.100 junge Ecuadorianer, wobei aktuell 25 verschiedene Studiengänge, davon zwei postgraduale, zur Auswahl stehen.

Das Angebot richte sich vor allem an sozial schwächere Schichten. Die Studiengebühren rangieren pro Jahr zwischen rund 1.300 und 1.500 US-Dollar und somit weit unter dem Durchschnitt, werden aber durch Stipendien, Sozialkredite und gefördertes Wohnen an die sozialen Verhältnisse der Studierenden angepasst. Ein besonderes Augenmerk liegt auf der sozial schwächsten Gesellschaftsgruppe, der indigenen Bevölkerung. Studierende aus dem Volk der "Shuar", das im Amazonastiefland beheimatet ist, bekommen beispielsweise völlig kostenfreien Studienzugang. Die Salesianer-Universitäten zählen in Ecuador qualitativ zu den besten Ausbildungsstätten. In einem Ranking aller 55 in Ecuador angesiedelten Universitäten liegt die UPS an vierter Stelle, so Heiserer.

Das Angebot richtet sich vor allem an Diözesen, Orden aber auch an nicht-kirchliche Stiftungen, die ihre Arbeit kennen und in sie vertrauen. Rating und Ausfallhaftung gebe es nämlich nicht, "dazu fehlen uns die Finanzmittel", so Heiserer. Sicherheit biete die gute Vernetzung des Ordens vor Ort, der seit 1888 in Ecuador tätig ist, und seine Kontakte in der ganzen Welt. "Alle Anleger erhalten eine Kopie eines Briefes in dem der Rektor der UPS, Javier Herran, sowie der ecuadorianische Ordensprovinzial Jorge Molina auf die Wichtigkeit der UPS Ecuador hinweisen und den Anlegern die pünktliche Rückzahlung der Anleihe garantieren", so Heiserer.

Bereits 2009 hat die "Don Bosco Finanzierungs-GmbH", ein Tochterunternehmen von "Jugend Eine Welt", die nach eigenen Angaben erste sozial nachhaltige Anleihe entwickelt, die am österreichischen Kapitalmarkt mit großem Erfolg begeben wurde. Die Anleihe stellte 6,3 Millionen Euro für den Ausbau der Universitäten in Ecuador (Universidad Politecnica Salesiana) zur Verfügung. Seit 2009 konnten so die zur Verfügung gestellten Studienplätze von knapp 16.000 auf rund 22.000 (Stand 2014) erweitert werden.

(KAP/red)

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