Das lange Lineal der Geschichte

Aktuelle Statistik der Orden in Österreich. Unter ihnen sind 70 Salesianer und 64 Don Bosco Schwestern.
Generalsekretär P. Franz Helm, Präsidentin Sr. Beatrix Mayrhofer, Generalsekretärin Sr. Cordis Feuerstein und Abtpräses Christian Haidinger.

Am 24. Februar 2016 präsentierten die Ordensgemeinschaften Österreich die aktuellen Daten und Zahlen der Frauen- und Männerorden in Österreich. Grundtenor: Österreichs Ordensleute werden kontinuierlich weniger und älter, …

Die Zahlen der Männerorden stellte P. Franz Helm, Generalsekretär der Superiorenkonferenz der männlichen Orden Österreichs, vor. Das Ergebnis: Österreichs 105 männliche Ordensgemeinschaften beheimaten 1696 Ordensmänner. Die Altersverteilung: 16 Prozent (266 Männer) sind bis 40 Jahre alt, 39 Prozent (664 Männer) sind bis 65 Jahre alt, 20 Prozent (342 Männer) sind bis 75 Jahre alt und 25 Prozent (424 Männer) sind über 75 Jahre alt.

Sr. Cordis Feuerstein, Generalsekretärin der Vereinigung der Frauenorden Österreichs, präsentierte die aktuellen Zahlen der Ordensfrauen. In Österreichs 87 weiblichen Ordensgemeinschaften leben 3643 Ordensfrauen. Die Altersverteilung: 4 Prozent (147 Frauen) sind bis 40 Jahre alt, 18 Prozent (657 Frauen) sind bis 65 Jahre alt, 23 Prozent (847 Frauen) sind bis 75 Jahre alt und 55 Prozent (1992 Frauen) sind über 75 Jahre alt.
"Die Frauenorden spiegeln die Altersstruktur wieder, in der sich die gesamte Gesellschaft in Österreich befindet", bringt es Generalsekretärin Sr. Feuerstein auf den Punkt: „Symptomatisch ist auch, dass die Ordensgemeinschaften auch immer internationaler werden. Dem tragen wir auch Rechnung, dass wir auch Ausbildungsstätten ins Ausland verlegen.“

Nicht resignieren, sondern „Andersorte“ schaffen
Abtprimas Christian Haidinger, Erster Vorsitzender der Superiorenkonferenz der männlichen Ordensgemeinschaften Österreichs erklärt, die heutige Situation könnte man fast als Zeit der stillgelegten Prophetie sehen, doch soll man deswegen in tiefe Resignation verfallen? „Das lange Lineal der Geschichte zeigt, dass es in allen Bereichen Aufs und Abs gegeben hat, auch bei den Orden“, so Vorsitzender Abtpräses Christian Haidinger. Mit Papst Franziskus sei ein frischer Wind in die Ordenswelt gekommen. Er hätte von den Ordensleuten gefordert, an die Ränder zu gehen, Propheten zu sein, „Andersorte“ zu schaffen. Und genau das tun Ordensleute, und wenn sie auch wenige sind, so setzen sich doch ihre ganze Kraft dafür ein. „Nur wer sich wandelt, bleibt prophetisch“, so Haidingers Fazit.

Neue Aufgaben und neue Fokusse
„Zahlen haben ihre Berechtigung und auch eine Aussage“, schlägt Präsidentin Sr. Beatrix Mayrhofer von der Vereinigung der Frauenorden Österreichs in dieselbe Kerbe. „Aber sie sagen nicht die ganze Wahrheit, denn sie drücken nur schwer das evangelische Wirken aus.“

Die große Zahl der Ordensfrauen über 75 Jahre könne man natürlich nicht ignorieren. Die Ordensfrauen haben über Jahrzehnte der Gesellschaft und Kirche treu und aufopfernd gedient, und deshalb müsse man ihnen mit Respekt begegnen. 

Doch die Frauenorden Österreich seien in Bewegung; das bedeute Veränderung, eine Transformation, die neue Aufgaben und neue Fokusse mit sich brächten. Ein Beispiel dafür sei der von den Ordensgemeinschaften neu geschaffene Bereich Bildung - der von den Frauen- und Männergemeinschaften gemeinsam getragen wird und ein Ergebnis ihrer verstärkten Zusammenarbeit ist.

Ein weiteres Beispiel sei das Projekt „Freiwilliges Ordensjahr“, das Menschen jeden Alters dazu einlädt, ein Jahr lang in einer Ordensgemeinschaft leben und mitzuarbeiten. Präsidentin Sr. Mayrhofer: „Dieses freiwillige Ordensjahr ist kein verstecktes Fischen nach Nachwuchs“. Dieser kommt erfreulicherweise jedes Jahr kontinuierlich und die Internationalität der Gemeinschaften wird durch die vielen Herkunftsländer der Novizinnen verstärkt. Präsidentin Sr. Mayrhofer: „Veränderung bringt Wandlung.“

www.ordensgmeinschaften.at

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