Mauerbau beim Cremisankloster gestoppt

Erst am 30. Juli soll nächste Anhörung vor dem Obersten Gericht in Israel stattfinden.

Im Rechtsstreit um den Bau der israelischen Sperrmauer auf dem Klostergrundstück im Cremisan-Tal bei Bethlehem sehen die klagenden Don-Bosco-Schwestern neue Hoffnung. Die Aufforderung des Obersten Gerichtshofs in Jerusalem an das Verteidigungsministerium, weitere Gründe für den geplanten Verlauf der Mauer vorzulegen, sei ein Hinweis auf Zweifel der Richter, sagte der Anwalt der Ordensfrauen am Dienstag. "Der Fall ist nicht vorbei, bis ein endgültiges Urteil gefallen ist", so der Jurist Zvi Avni von der katholischen Menschenrechtsorganisation "Society of St. Yves".

Am Montag hatte das Gericht die israelische Militärführung aufgefordert, ihre Ablehnung möglicher Alternativen für den Mauerverlauf näher zu begründen. Dafür setzten die Richter eine Frist bis zum 10. April. Am 30. Juli soll eine weitere Anhörung vor dem Obersten Gericht stattfinden. Die Bauarbeiten haben bis zu einem endgültigen Urteil zu ruhen.

Geklagt hatten Familien und zwei Salesianer-Konvente von Cremisan in der Westbankstadt Beit Jala, deren Grundstücke von einem 1.500 Meter langen Abschnitt der israelischen Sperranlage betroffen wären. Eine erste Instanz hatte den Bau im April 2013 als rechtmäßig beurteilt. 

In einem ähnlich gelagerten Prozess vor Israels Oberstem Gericht klagen derzeit Bewohner des Dorfs Battir. Dort bedroht der geplante Sicherheitszaun Jahrhunderte alte landwirtschaftliche Terrassen und ein antikes Bewässerungssystem, die als Kulturerbe gelten.

(kathweb.at)

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