„Frate o non Frate …“

„Die Gestalt des Ordenspriesters“ – Tagung der Salesianer in Ausbildung in Wien.
Bei der Tagung der Salesianer in Ausbildung vom 31. Oktober bis 3. November ging es um das um das Bild des Ordenspriesters.

Über das Bild des Priesters zu reden ist heut nicht leicht. Große Erwartungen, Enttäuschungen aber auch Herausforderungen prägen Diskussionen über die Gestalt des Priesters. Für die Salesianer Don Boscos ist die Frage nach dem Bild des „Priesters in heutiger Zeit“ wichtig, besteht die Gemeinschaft doch aus Brüdern, Diakonen und Priestern.

Bei der Tagung der Salesianer in Ausbildung vom 31. Oktober bis 3. November 2013 ging es jedoch nicht um die Frage nach der speziellen Form salesianischer Berufung, sondern um das Bild des Ordenspriesters an sich. Dabei diskutierten die über zwanzig Teilnehmer aus der deutschen und der österreichischen Provinz im Don Bosco-Haus in Wien eigene Vorstellungen von Priestern und setzten sich mit vorherrschenden und erhofften Priesterbildern auseinander. Bilder und Vorstellungen über den Priester sind heute auch von Anforderungen aus Kirche, der Gesellschaft oder der digital geprägten Welt beeinflusst. Schwierigkeiten bereitete der Arbeit auf der Tagung, dass sowohl im salesianischen Raum, als auch in anerkannten Publikationen der Priester meist mit dem Gemeindepfarrer gleichgesetzt wird.

Klärung und neue Aspekte erhofften sich die Teilnehmer von Helmut Krätzl. Als emeritierter Weihbischof von Wien schaute dieser nicht nur auf fast sechzig Jahre eigenes Priestertum und Begleitung von Priestern zurück, sondern zeigte als Zeitzeuge den Wandel des Priestersbildes aus der Zeit vor dem Zweiten Vatikanischen Konzil bis heute auf. Dank seines erfrischenden und informativen Vortrags konnten neue Aspekte für das Bild des Ordenspriesters von heute gewonnen werden. Hilfe in der Vertiefung holte man sich auch durch einen der letzten erschienenen „Priesterfilme“ („Der neunte Tag“) und durch das gelebte Zeugnis der Mitbrüder aus dem österreichischen Provinzialat.

Den Abschluss der Tagung bildete die Auseinandersetzung mit Bildern, die Don Bosco von sich als Priester und von anderen Priestern hatte. Thematisiert wurde sowohl sein Bild des Priesters als „Vater, Bruder und Freund“ der jungen Menschen, als auch manche abschreckende Erfahrung aus der Jugend des Heiligen. Don Bosco hatte kein für ihn eigenes Bild des Priesteramts, er legte jedoch Wert auf eine salesianische Ausbildung seiner Priester. Sicherlich ist dies auch der entscheidende Punkt und das Spezielle der Ordenspriester: Sie leben ihren priesterlichen Dienst in einem Umfeld, das ihr Ordenscharsima ihnen zuschreibt. Ob „Priester oder nicht Priester“, der Salesianer setzt sich mit Don Bosco für die Jugend ein.

Die engagierte Beteiligung aller Teilnehmer lässt hoffen, dass die Tage in Wien zu einer neuen Auseinandersetzung mit dem Bild des Salesianers als Priesters beitragen. Eine Abrundung erfuhr die Tagung durch die gelebte Gemeinschaft im Don Bosco-Haus Wien und die Gebetsgemeinschaft an den Gräbern der Mitbrüder am Allerseelentag.

(Simon Härting SDB)

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