Österreich missachtet Kultur der Menschlichkeit

Das Don Bosco Flüchtlingswerk kritisiert die Abschiebung von acht Asylwerbern nach Pakistan. In ein Land, für das es aufgrund der hohen Terrorgefahr eine offizielle Reisewarnung gibt.

„Wie kann die österreichische Regierung politisch verfolgte Menschen in ein Land abschieben, dessen Sicherheitslage als besorgniserregend eingeschätzt wird“, fragt Floridus Kaiser, Geschäftsführer des Don Bosco Flüchtlingswerkes. „Für diese Menschen hätte das humane Bleiberecht angewendet werden müssen. Asyl ist ein Menschenrecht.“

Politisch-religiöse Gewalt
Meldungen erzählen von terroristischen Anschlägen, Geiselnahmen, militärischen Operationen, Kämpfen zwischen pakistanischen Streitkräften und militanten Fundamentalisten, Entzug der staatlichen Kontrolle, blutigen Auseinandersetzungen zwischen rivalisierenden politischen Gruppen oder kriminellen Banden, gezielten Mordaktionen sowie politisch-religiösen Gewalttaten. Das Außenministerium spricht davon, dass sich Reisende nach Pakistan “ihrer Gefährdung bewusst sein” sollten. Die Asylwerber sind sich ihrer Gefährdung bewusst.

Friedensstiftender Fastenmonat Ramadan
Der Salzburger Erzbischof Alois Kothgasser SDB betont das friedensstiftende Potential des eben angebrochenen islamischen Fastenmonats Ramadan: "Diese Zeit des Fastens, Betens und des bewussten Lebens könnte auch eine Chance für die Regionen mit schweren Konflikten sein, Kämpfe auszusetzen und einen Dialog zu beginnen", so der salesianische Erzbischof.

Die österreichische Innenpolitik nutzt den Fastenmonat Ramadan, um acht aus Pakistan stammende Asyl und Hilfe suchende Männer abzuschieben. Österreich verweigert offensichtlich Menschen aus Pakistan grundsätzlich Asyl.

Österreich europäisches Schlusslicht
Andere europäische Länder beobachten tiefgreifende Menschenrechtsprobleme in Pakistan und beantworten diese Frage mit einer ganz anderen Anerkennungsquote: Deutschland anerkennt ca. 25% und Italien gar bis zu 48% der aus Pakistan stammenden AntragstellerInnen. Österreich bildet mit 1,5% europäisches Schlusslicht und überlässt Hilfesuchende Menschen dem täglichen Terror der Taliban und militärischen Willkür. Pakistan ist das Land, in dem einem zwölfjährigen Mädchen in den Kopf geschossen wurde, weil sie eine Schule besuchen wollte.

Chancen für Österreich
Das Don Bosco Flüchtlingswerk tritt weiterhin dafür ein, besonders schutzbedürftigen Menschen, wie unbegleitete Kinder und Jugendliche aus Syrien, Pakistan, Afghanistan oder Mali aufzunehmen und sozialpädagogischen menschlichen Halt zu geben.

Kaiser sagt: “Damit gewinnen Alle. Wenn die Jugendlichen bei uns eine Ausbildung absolvieren, können sie bei uns arbeiten oder sich später nach ihrer Rückkehr am demokratischen Aufbau ihrer Länder beteiligen. Zeigen und leben wir den europäischen Humanismus, wo Menschenrechte, Menschlichkeit, Bildung für Alle und Freiheit wesentliche gesellschaftsbildende Fundamente sind.”

Petition gegen Unmenschlichkeit
Das Don Bosco Flüchtlingswerk regt die Bundesregierung an, das Ende des Fastenmonats Ramadan zu nutzen, um den Worten Erzbischof Kothgassers SDB zu folgen, mit den Asylwerbern in Dialog zu treten.

Das Don Bosco Flüchtlingswerk ruft dazu auf die Petition "Gegen Unmenschlichkeit" http://gegen-unmenschlichkeit.at/ zu unterschreiben, mit deren Forderungen wir uns wieder zu einer Kultur der Menschlichkeit und Menschenwürde besinnen.

Das Don Bosco Flüchtlingswerk Austria ist eine Initiative der Salesianer Don Boscos, der Don Bosco Schwestern und von Jugend eine Welt mit dem Ziel, sich für unbegleitete junge Flüchtlinge in Österreich einzusetzen. Das Flüchtlingswerk feiert 2013 sein 10-jähriges Jubiläum

Rückfragehinweis

Floridus Kaiser, Geschäftsführer
T: 0664/824 36 13
E-Mail: fluechtlingswerk@donbosco.at

www.fluechtlingswerk.at

Zurück zur Übersicht

Um die volle Funktionalität unserer Website zu gewährleisten bzw. unser Angebot zu optimieren, setzt unsere Website Cookies. Weiterlesen …