Keine verlorene Generation

Das Don Bosco Flüchtlingswerk mahnt die Regierung, die Ausbildung minderjähriger Flüchtlinge nicht zu vergessen.

Die Bundesregierung trifft sich am Freitag zur angekündigten Regierungsklausur im Lustschloss Laxenburg. Das Lustschloss gilt als einer der Lieblingsaufenthaltsorte Maria-Theresias, die in Österreich die allgemeine Schulpflicht bereits 1774 eingeführt hat.

Die Regierung verhandelt dort härter gegen Schulpflichtsverletzungen - sogenanntes "Schulschwänzen" - vorgehen zu wollen. Einzelne Mitglieder der Regierung haben bereits im Sommer gemeint, es dürfe keine verlorene Generation geben. Daher sollen Eltern, die ihre Kinder vom Schulgehen abhalten, härter sanktioniert werden.

"Wer sanktioniert jedoch die Jugendämter, die Landesregierungen und die Bundesregierung, die schulpflichtigen unbegleiteten minderjährigen Flüchtlinge vom Schule Gehen, abhalten?", fragt der Geschäftsführer des Don Bosco Flüchtlingswerks Austria Floridus Kaiser. Unterbringung im Container oder in alten baufälligen Kasernen sowie eingeschleuste vereinzelte Lehrer im Flüchtlingslager sind kein kindergerechtes Angebot. Jugendliche benötigen Unterricht in normalen Schulen im "Wohngrätzl", Kontakt zu Gleichaltrigen und ein entwicklungsförderndes Wohnumfeld in kleinen sozialraumintegrierten Wohngemeinschaften.

Gerade der historische Ort Maria Theresias wäre dazu geeignet, die sozialpädagogische Begleitung für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge zu verbessern. Auf diese bedürftige Gruppe wurde beim öffentlich gefeierten Asylgipfel mit den Landeshauptleuten im Oktober weiterhin vergessen. Die Sozialpartner treten für eine Ausbildungspflicht österreichischer Jugendlicher bis 18 Jahre ein.

Das Don Bosco Flüchtlingswerk unterstützt diese Forderung und ergänzt: Dies müsse selbstverständlich auch für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge gelten. Schon bisher gäbe es für österreichische Jugendliche vonseiten der Regierung eine "Ausbildungsgarantie", bei der jedem Jugendlichen ein Ausbildungsplatz durch das AMS zur Verfügung gestellt werde. Zur Integration müsse dies auch für junge Menschen gelten, die bereits in ihrer Jugend und Kindheit alles verloren haben.

Das Don Bosco Flüchtlingswerk wiederholt seine Forderung nach integrativen Lehrwerkstätten, in denen junge ÖsterreicherInnen gemeinsam mit jungen Flüchtlingen lernen und arbeiten. Sie lernen nicht nur miteinander, sondern auch solidarisch aneinander. Die Möglichkeiten reichen von Mangellehrberufen über Pflege- und Betreuungsberufen an den Schulen für Sozialbetreuungsberufe bis hin zu Jobs in der Kreativbranche. Dabei wären der Aufbau von Clearingstellen und Jobcoaching zielführend, um Integration in der Ausbildungs- und Arbeitswelt zu verankern. Wir haben dazu Partner in der Wirtschaft, sagt Herr Kaiser. 

Die Trägerorganisationen des Flüchtlingswerkes - die Don Bosco Schwestern, die Salesianer Don Boscos sowie Jugend Eine Welt - stehen im Geiste Don Boscos für kooperatives Handeln und partnerschaftliche Zusammenarbeit mit den Jugendlichen. Das Don Bosco Flüchtlingswerk betont die Bereitschaft, Wohngemeinschaften einzurichten und Werkstätten aufzubauen, um Hoffnung zu geben.

Don Bosco Flüchtlingswerk Austria

Das Don Bosco Flüchtlingswerk Austria ist eine Initiative der Salesianer Don Boscos, der Don Bosco Schwestern und von Jugend Eine Welt mit dem Ziel, sich für unbegleitete junge Flüchtlinge in Österreich einzusetzen. Das Don Bosco Flüchtlingswerk betreut jugendliche Asylwerber mit Freizeitangeboten im Projekt Tobias, in der betreuten Wohngruppe Abraham und in der Hilfe auf dem Weg in die Selbstständigkeit im Projekt Moses. Das Flüchtlingswerk feiert im Jänner 2013 sein 10-jähriges Jubiläum.

 

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