Pater Rudolf Osanger, Provinzial der Salesianer Don Boscos:

Kosten für Betreuung minderjähriger Flüchtlinge nicht auf Trägervereine abwälzen.

Zurzeit sind in Österreich 500 unbegleitete minderjährige Flüchtlinge (sogenannte umF) – davon viele im schulpflichtigen Alter – in Massenquartieren untergebracht.

Dort haben sie keine Möglichkeit für einen Schulbesuch, eine Ausbildung, für Deutschkurse oder andere sinnvolle entwicklungsfördernde Beschäftigungen oder Integrationsmaßnahmen.

Die meisten dieser Jugendlichen sind schwer traumatisiert und benötigen dringend jugendpsychiatrische Behandlung und sozialpädagogische Begleitung. Sie kommen aus furchtbaren Kriegsgebieten wie Afghanistan oder Syrien. Wir hören jeden Tag die Schreckensnachrichten über Gewalt, Terror und Krieg. Jeder Tag, den diese Jugendlichen in den Massenquartieren verbringen, ist ein verlorener Tag, für den einzelnen Jugendlichen aber auch für die österreichische Gesellschaft.

Die Salesianer Don Boscos setzen sich dafür ein, dass diese Jugendlichen Lehrberufe ergreifen und Ausbildungen absolvieren können, um ein menschenwürdiges Leben zu führen. Jugendliche, die der Erwerbsarbeit nachgehen, können damit auch einen Teil ihrer Kosten selber tragen, so Provinzial Pater Rudolf Osanger SDB.

Der Provinzial fordert außerdem die Landeshauptleute auf, die 15a Vereinbarung einzuhalten und für eine ausreichende Finanzierung der Grundversorgung zu sorgen. Dazu sei es notwendig, den Tagessatz für die sozialpädagogische Begleitung zu erhöhen. Das Projekt „Don Bosco Flüchtlingswerk Austria“ sei bereit, weitere sozialpädagogische Plätze zu schaffen, wenn sich die Landshauptleute am 23. Oktober darauf verständigen können.

Der Tagessatz für die sozialpädagogische Begleitung wurde seit acht Jahren nicht mehr erhöht. Es sei nicht korrekt, dass der Ausgleich der zu geringen Tagkosten auf die Träger der Vereine abgewälzt wird, stellt der Provinzial fest und vertritt damit die Meinung der beiden anderen Träger des Flüchtlingswerks, der Don Bosco Schwestern und dem Verein Jugend Eine Welt.

 

Don Bosco Flüchtlingswerk Austria

Das Don Bosco Flüchtlingswerk Austria ist eine Initiative der Salesianer Don Boscos, der Don Bosco Schwestern und von Jugend Eine Welt mit dem Ziel, sich für unbegleitete junge Flüchtlinge in Österreich einzusetzen. Das Don Bosco Flüchtlingswerk betreut jugendliche unbegleitete Flüchtlinge und Kinder mit Freizeitangeboten im Projekt Tobias, in der betreuten Wohngruppe Abraham und in der Hilfe auf dem Weg in die Selbstständigkeit im Projekt Moses. Das Flüchtlingswerk feiert im Jänner 2013 sein 10-jähriges Jubiläum.

 

Rückfragehinweis:
Floridus Kaiser

Geschäftsführung

Don Bosco Flüchtlingswerk Austria – Recht auf Zukunft für junge Menschen

Futterknechtgasse 35, A-1230 Wien

Tel./Fax: +43 1 662 84 25 mobil +43 664 824 36 13

Floridus.kaiser@donbosco.at

www.fluechtlingswerk.at

 

 

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