9. August: Internationaler Tag der indigenen Völker

Universidad Politecnica Salesiana (UPS) in Ecuador kooperiert mit Universität Wien.
Studierende der Salesianeruniversität in Ecuador. An vier Standorten studieren 19.000 junge Menschen (Foto: Jugend Eine Welt).

Die vom Hilfswerk Jugend Eine Welt unterstützte Universidad Politecnica Salesiana (UPS) in Ecuador spielt eine Vorreiterrolle in der Integration indigener Bevölkerungsgruppen, ihrer Sprachen und Rechte in den Universitätsalltag. Da Multikulturalität eine Herausforderung ist, die es gemeinsam zu meistern gilt, kooperiert die UPS nun mit der Universität Wien.

Sprachenvielfalt an der Uni

„Das besondere an unserer Universität ist ihre Ausrichtung auf arme und benachteiligte junge Menschen insbesondere aus der indigenen Bevölkerung“, erklärt Pater Javier Herran, Rektor der Universidad Politecnica Salesiana in Ecuador.

In einem Land, in dem 14 verschiedene Sprachen existieren, bedeutet dies in erster Linie, dass universitäre Ausbildung zwei- oder sogar mehrsprachig angeboten werden muss, um die verschiedenen ethnischen Gruppen zu erreichen. Kulturelle Unterschiede müssen zudem respektiert und gewahrt werden. „Ein Student aus einem Amazonas-Dorf kann bei uns in seiner traditionellen Kleidung in die Uni kommen.“

300 indigene Professoren

Die UPS in Ecuador wurde 1994 gegründet und hat drei Hauptstandorte in Cuenca, Quito und Guayaquil. Ihre kleinen Bildungszentren weitet sie laufend aus. So müssen beispielsweise junge Menschen aus einer abgeschiedenen Dorfgemeinschaft im Amazonas Tiefland nicht in die großen Städte abwandern und können sich trotzdem zu LehrerInnen ausbilden lassen – die Universität kommt zu ihnen. „Insgesamt haben bereits 300 indigene Professoren – von den Ethnien der Kichwa, Shuar und Ashuar – ihren Abschluss an der UPS gemacht. Das ist einzigartig und ermöglicht den Kindern im Amazonas-Gebiet eine Ausbildungsmöglichkeit“, so P. Javier Herrán.

Akademischer Mobilitätsplan zwischen der Uni Wien und der Universidad Politécnica Salesiana in Ecuador
„Wir haben die beiden Hochschulen zusammengebracht und freuen uns, dass eine sich immer weiter entwickelnde Zusammenarbeit daraus entstanden ist“, sagt Reinhard Heiserer, Geschäftsführer der entwicklungspolitischen Hilfsorganisation Jugend Eine Welt: „Seit zwei Jahren gibt es die Kooperation zwischen der Universität Wien und unseren Projektpartnern aus Ecuador.“

Primäres Ziel der Kooperation der beiden Hochschulen ist ein Austausch im Bereich der Anthropologie und Entwicklungsforschung. Sie verspricht eine Stärkung der internationalen Mobilität und die Erhöhung der gesellschaftlichen Relevanz von Lehre und Forschung. Über die gemeinsamen Herausforderungen der beiden Universitäten sprach P. Javier Herran auch beim „54. International Congress of Americanists“ der kürzlich von der Uni Wien und dem Lateinamerika Institut organisiert wurde.

Der Tag der indigenen Bevölkerungsgruppen der Welt findet am 09. August 2012 statt.

Jugend Eine Welt: 15 Jahre „Bildung überwindet Armut“

Jugend Eine Welt ist ein internationales Hilfswerk und wurde 1997 als Verein gegründet. Seit 15 Jahren setzt sich die unabhängige Nicht-Regierungsorganisation für internationale Jugendhilfe sowie nachhaltige Entwicklungszusammenarbeit ein. Unter dem Leitgedanken „Bildung überwindet Armut“ unterstützt Jugend Eine Welt Schulen, Straßenkinder-Programme und Bildungszentren in Asien, Afrika, Lateinamerika und Osteuropa.

Bevorzugte Projektpartner sind dabei die Salesianer Don Boscos und die Don Bosco Schwestern, die über langjährige Erfahrung und Expertise vor Ort verfügen. In den 15 Jahren seines Bestehens hat der unabhängige Verein hunderte Bildungs- und Straßenkinderprojekte weltweit unterstützt. Zehntausende junge Menschen aus ärmsten Verhältnissen haben so die Möglichkeit bekommen eine Schule zu besuchen oder einen Beruf zu erlernen.

(Elmar Huber) 

Nähere Informationen finden Sie hier

Zurück zur Übersicht

Um die volle Funktionalität unserer Website zu gewährleisten bzw. unser Angebot zu optimieren, setzt unsere Website Cookies. Weiterlesen …