Missionsschwester im Gespräch

Die seit 1983 im Kongo tätige Sr. Hildegard Litzlhammer berichtet über ihre Arbeit.
Sr. Hildegard beim Gespräch im Provinzialat.

In der vergangenen Woche machte die Don Bosco Schwester im Zuge Ihres Heimaturlaubs einen Abstecher ins Provinzialat. Das war eine gute Gelegenheit für ein Gespräch.

Sr. Hildegard. Was gibt es Neues?
Im September eröffnen wir im Stadtzentrum von Kinshasa einen Frisiersalon mit acht Bedienungsplätzen. Damit können wir neben der Bäckerei bzw. dem Café Mozart weitere 15 hochqualifizierte Ausbildungsplätze für Mädchen anbieten. Die Vorbereitungen laufen auf Hochtouren.

Wie entstehen eigentlich solche Projekte und woher nimmt man die Kraft, diese umzusetzen?
Zum einen natürlich mit viel Gottvertrauen. Dann braucht es ein gutes Gespür für das, was gebraucht wird. Man muss erkennen, wo die Not ist. Und dann natürlich der Glaube an die Vorsehung, die uns darauf vertrauen lässt, dass sich jene Wege ebnen, die sich für eine Umsetzung ebnen müssen. 

Wie funktioniert die Zusammenarbeit mit den Behörden?
Die funktioniert im Grunde sehr gut. Das liegt zum Teil auch daran, dass wichtige Ämter immer mehr durch Ehemalige der Salesianer besetzt werden. Die sind uns naturgemäß sehr wohlgesonnen. Aber unsere Arbeit wird generell bei den Entscheidungsträgern sehr wertgeschätzt.

Die Bäckerei/Konditorei samt Catering-Service haben sich sehr gut etabliert. Machen Sie eigentlich auch so etwas wie klassische Werbung?
Nein, das ist nicht möglich. Einerseits fehlen dafür die Ressourcen, andererseits möchten wir Wettbewerber nicht vor den Kopf stoßen. Wir haben uns aber durch hohe Qualitäts- und Hygienestandards einen sehr guten Namen gemacht.

Außerdem hat sich das Café Mozart als sehr nützliches Marketing-Instrument erwiesen. Durch die Lage im Zentrum der Hauptstadt hat man viele Möglichkeiten, persönliche Kontakte zu knüpfen und zu pflegen. So manche Catering-Aufträge – beispielsweise für Empfänge in diversen Botschaften – wurden dort angebahnt.

Wo sehen Sie im Kongo eigentlich den größten Handlungsbedarf?
Das wichtigste ist immer noch die Bekämpfung von Analphabetismus. Für Bildung wird aber generell noch immer viel zu wenig Geld ausgegeben. Derzeit wird massiv in Infrastruktur investiert. Was einerseits natürlich wichtig ist. Aber die Schieflage in den Prioritäten erkennt man gut an den Lehrergehältern. Diese betragen im Schnitt etwa 70 US$ im Monat. 

Wovon leben die Menschen in Kinshasa?
Viele Familien schlagen sich irgendwie mit Kleinhandel durch. Es wird alles versucht, um zumindest einem Kind eine Ausbildung zu ermöglichen. Und wenn das gelingt, dann sind es traditionell Buben, die in den Genuss einer Ausbildung kommen. Nicht zuletzt deshalb sind unsere Ausbildungsplätze gerade für Mädchen so enorm wichtig.

(fma)



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