Mexiko: Salesianer erfolgreich im Kampf gegen Drogen

"Proyecto Salesiano Tijuana" hilft Kindern und Jugendlichen in den armen Vororten.
Vor 25 Jahren startete der Orden in der Millionenstadt Tijuana.

Die Salesianer Don Boscos haben in Mexiko eine erfolgreiche Strategie gegen den Zugriff der Drogenkartelle auf Kinder und Jugendliche entwickelt. Sie errichten in den Armenvierteln der großen Städte Tageszentren ("oratorios"), in denen Schülerinnen und Schüler sowie Jugendliche aus gefährdetem Milieu unter der Woche sowie an Sonntagen ein reiches Betreuungsangebot - Unterricht, Lernhilfe, Sport, Firmunterricht, Hobbys sowie Mahlzeiten - erhalten.

Sieben Oratorien in Tijuana
Allein in der Drei-Millionen-Stadt Tijuana, die an der Grenze zum US-Bundesstaat Kalifornien liegt, stehen sieben solcher "Oratorios", die täglich von mehr als 600 Jugendlichen frequentiert werden. Drei von ihnen bieten auch ein dreistufiges Schulprogramm mit Primärstufe, Sekundärstufe sowie Fachausbildungsstufe an. Leiter in Tijuana ist Pater Raul Curiel Ruvalcaba SDB, der in Wien auf Einladung der Missionsprokur sein Projekt präsentierte.

Durch die Lage an der Grenze zu den Vereinigten Staaten begünstigt, gibt es in Tijuana viele Fabriken, in denen Exportprodukte für große internationale Konzerne gefertigt werden. Da es ausreichend Arbeitsplätzen in Tijuana gibt, werden Migranten aus Südmexiko, besonders aus Chiapas, und ganz Lateinamerika angezogen.

Jugendliche von der Straße holen
Vor 25 Jahren startete der Salesianerorden sein Engagement in der Millionenstadt. Das "Proyecto Salesiano Tijuana" wurde dann 1995 gegründet. Es hat das Ziel, sich um die Kinder und Jugendlichen in den armen Vororten Tijuanas anzunehmen. Leitmotiv des Projekts ist, die Jugendlichen und ihre Familien ganzheitlich zu begleiten. Ziel ist auch die Schaffung einer lokalen Solidaritätsgemeinschaft.
Unbeschäftigte Jugendliche werden so von der Straße geholt und zu eigenen Entscheidungen angehalten, etwa der Gründung eines Sportteams.

Nur wenige der Jugendlichen in den "oratioros" driften auf die Straße ab, um dort z.B. im Drogenverkauf tätig zu werden. "Das 'oratorio' hat sich auch als Prävention bewährt: Es kommen weniger in die Jugendgefängnisse", so Pater Curiel.

Offene Jugendzentren
Geholfen habe auch eine insgesamt positive Entwicklung der Stadt Tijuana, so der Projektverantwortliche. Das Klischee von Mexiko als "failed state" treffe in dieser Region keinesfalls zu, korrigierte der Ordensmann. Tijuana sei früher das "Bordell der USA" gewesen. Der "unerwünschte" Tourismus habe für hohe Kriminalität im Zuhälter- und Drogenmilieu gesorgt.

"Gott sei Dank" sei dieses Phänomen "sehr stark zurückgegangen", so Curiel: "Die Stadt ist heute sauberer, und die Sozial- und Gesundheitsversorgung ist besser als in den 1990er-Jahren."

Die Salesianer pflegten in ihren Zentren, wo seit 15 Jahren auch österreichische Volontärinnen und Volontäre von "Jugend eine Welt" jeweils mehrere Monate mithelfen, einen offen-ökumenischen Zugang zu Nichtkatholiken, hob Pater Curiel hervor. Zwar sei die Mehrheit katholisch, doch es geben auch Jugendliche aus den evangelikalen Freikirchen. Vielfach sei es gelungen, anfängliche Berührungsängste und Vorurteile zu überwinden.

(KAP)

Zurück zur Übersicht

Um die volle Funktionalität unserer Website zu gewährleisten bzw. unser Angebot zu optimieren, setzt unsere Website Cookies. Weiterlesen …