Heute leben weltweit 2,4 Millionen Kinder unter 15 Jahren mit HIV/Aids. 280.000 Kinder sind laut aktueller Zahlen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) im Jahr 2008 an der Immunschwächekrankheit gestorben. Vor allem in afrikanischen und asiatischen Ländern sind Kinder und Jugendliche massiv von der Krankheit betroffen. Sie sind selbst erkrankt oder zu Waisen geworden. Viele Salesianer Don Boscos und Don Bosco Schwestern haben auf die Situation in ihren Ländern reagiert und verschiedene Programme und Projekte zur Aidsbekämpfung ins Leben gerufen. Jugend Eine Welt unterstützt sie dabei.
„Wir Salesianer sind tagtäglich mit der Aids-Problematik konfrontiert“, erklärt P. Dino Miotto, Direktor der Michael Rua Schule in Walkerville, Südafrika. Viele Schülerinnen und Schüler der Schule teilen ein gemeinsames Schicksal. Sie sind Waisen oder Halbwaisen. Ihre Eltern sind vielfach an der Krankheit Aids und ihren Folgen gestorben.
Sechs Millionen Menschen in Südafrika leiden an Aids oder sind mit dem HI-Virus infiziert. In der Provinz Gauteng, in der Walkerville liegt leben mehr als 200.000 Aidswaisen. Oft müssen diese Kinder nicht nur den Verlust ihrer Eltern verarbeiten, sondern sich auch um ihre kleineren Geschwister kümmern. Völlig auf sich alleine gestellt sind sie gezwungen die Schule zu verlassen und selbst für ihren Lebensunterhalt aufzukommen. Häufig werden sie dann als Billiglohnsklaven ausgebeutet.
In den Don Bosco Projekten werden diese Kinder aufgefangen. Neben Ausbildung und Grundversorgung erhalten sie vor allem Nähe und Sicherheit.
Die Salesianer Don Boscos bemühen sich durch die tägliche und vertrauensvolle Begegnung mit den Kindern und Jugendlichen ihnen dabei zu helfen ihre schlimmen Erfahrungen zu Verarbeiten.
Bildung und Prävention
Besonders entscheiden im Kampf gegen Aids ist die Präventionsarbeit. „Ein wichtiger Ansatz zur Eindämmung der Pandemie liegt in der Bildung und Aufklärung der jungen Leute“, so P. Miotto. Seit 2001 gibt es in der Schule das Programm „Love Matters“ („Liebe zählt“). Jugendlichen werden dabei der Wert ihres Selbst und grundsätzliche Fragen zum Umgang mit Körper, Hygiene und Zwischenmenschlichkeit beigebracht. Ein Kernthema ist hierbei auch HIV/Aids und wie man sich davor schützen kann. P. Miotto: „Uns geht es darum, den Kindern die Problematik von HIV/Aids überhaupt zugänglich zu machen. Wichtig ist uns das Vermitteln von Werten wie Liebe, Treue und Enthaltsamkeit.“
Im weltweiten Einsatz gegen HIV/AIDS unterstützt Jugend Eine Welt verschiedene Einrichtungen in denen von der Krankheit Betroffene betreut werden. Außerdem fördert Jugend Eine Welt u.a. das Präventionsprogramm HIV/Aids-„Life Choices“, das in Kenia, Tansania und Südafrika durchgeführt wird.