13.01.2012 | 13:30

Salesianerkardinal Zen wird 80

Der emeritierter Bischof von Hongkong zählt zu den prägendsten Kirchenvertretern Asiens.

Kardinal Joseph Zen Ze-kiun, von 2002 bis 2009 Bischof von Hongkong, wird am Freitag, dem 13. Jänner 2012, 80 Jahre alt. Mit Erreichen dieser Altersgrenze verliert er sein Stimmrecht bei einer künftigen Papstwahl. Sollte es zu einem Konklave kommen, würde dort allerdings die Stimme der Ortskirche von Hongkong weiterhin vertreten sein, denn Zens dortiger Nachfolger John Tong Hon erhält beim Konsistorium am 18. Februar von Papst Benedikt XVI. die Kardinalswürde verliehen.

Kardinal Zen zählt zu den prägendsten Kirchenvertretern Asiens. In seiner Amtszeit und darüber hinaus war der Salesianer Don Boscos ein prominenter Kritiker der chinesischen Regierung und ihrer Religionspolitik.

Im Februar 2006 ernannte ihn Benedikt XVI. zum Mitglied des Kardinalskollegiums. 2008 verfasste Zen im Auftrag des Papstes die Meditationen für den Karfreitags-Kreuzweg am Kolosseum. Darin ging er auch auf die Unterdrückung der Christen in China ein. Zens Maxime für sein soziales Engagement lautet: "Beten ist nicht alles im Katholizismus - wir müssen zeigen, dass wir uns kümmern."

Zen stammt aus der Diözese Schanghai, wo er am 13. Jänner 1932 als Sohn eines christlichen Teehändlers geboren wurde. Er wuchs in sehr armen Verhältnissen auf und trat als junger Mann dem Salesianerorden bei. Unter anderem studierte er an den Ordenshochschulen in Turin und Rom.

In Hongkong wirkte Zen als Dozent für den Ordensnachwuchs und Priesteramtskandidaten. Sechs Jahre stand er an der Spitze der Salesianer-Provinz. Von 1989 bis 1996 lehrte er Philosophie und Sakramententheologie an verschiedenen chinesischen Seminaren, unter anderem in Schanghai. Dann ernannte Papst Johannes Paul II. den Theologen zum Koadjutor in Hongkong, um den dortigen Bischof zu unterstützen. 2002 rückte Zen auf den Bischofssitz der Sieben-Millionen-Metropole mit ihren rund 350.000 Katholiken. 

Im April 2009 gab er die Leitung der Diözese Hongkong ab. Zen hatte mehrfach betont, er wolle von den Leitungsaufgaben seiner Diözese befreit werden, um sich stärker dem schwierigen Dialog zwischen dem Vatikan und der chinesischen Führung in Peking widmen zu können.

(kap)

 

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