Wir müssen zusammenarbeiten

Ein Interview von Bruder Günter Mayer mit Weihbischof Broderick Pabillo bei der „Fachtagung Weltkirche“.
„Was in einem Teil der Welt geschieht, beeinflusst auch die anderen Teile“, Weihbischof Pabillo (rechts) traf Br. Günter Mayer SDB, den neuen Leiter der Don Bosco Mission Austria.

Broderick Pabillo ist seit 2006 Weihbischof in Manila/ Philippinen. Als Präsident der NASSA (Caritas) leitete er den Wiederaufbau nach dem Taifun Haiyan im Jahr 2013. Er war von 21.-22. Juli 2017 Referent bei der diesjährigen „Fachtagung Weltkirche“. Die zweitägige Veranstaltung im oberösterreichischen Lambach stand unter dem Motto „Die Erde sind Wir - Schritte zur ökologischen Umkehr“. Pabillo engagiert sich besonders in Fragen zum Klima-und Umweltschutz, einem Anliegen, dem sich auch die Salesianer verbunden fühlen. Die Don Bosco Mission Austria unterstützt außerdem Projekte der Salesianer Don Boscos auf den Philippinen.

Herr Weihbischof Pabillo, warum ist es wichtig, dass wir Christen uns für Umweltangelegenheiten engagieren?
Wir müssen uns für Umweltfragen engagieren, weil wir an Gott, unserem Vater, glauben, er ist der Schöpfer. Deshalb müssen wir uns um die Schöpfung kümmern, die er geschaffen hat. Auch glauben wir an Jesus Christus, dem Erlöser, und Jesus rettet nicht nur die Menschheit, er rettet die gesamte Welt. Daher müssen wir uns für die Schöpfung Gottes einsetzen, sie beschützen und erhalten, um das Werk Jesus Christus, die Erlösung, weiterzuführen.

Sie sind nun nach Österreich gekommen um über Solidarität zu sprechen und die notwendigen Veränderungen in der Welt, insbesondere in Umweltangelegenheiten und Menschenrechten. Was könnte Ihrer Meinung nach Österreich dazu beitragen, insbesondere die Kirche in Österreich?
Ich bin glücklich, dass die Kirche in Österreich diese Aktivitäten für ein größeres Verantwortungsbewusstsein für die Umwelt fördert. Und wir hoffen auch, dass die Kirchen der sogenannten „Länder der ersten Welt“ [die von Papst Franziskus 2015 veröffentlichte Öko-Enzyklika] „Laudato si“ fördern, insbesondere die wirtschaftliche Umwandlung. Und das bedeutet auch eine Änderung des Lifestyles, denn der Lebensstil im Westen, in den Ländern des Nordens, führt zur Zerstörung der Umwelt. Deshalb müssen wir zusammenarbeiten. Daher nehme ich diese Gelegenheit hier wahr, zur Kirche des Nordens zu sprechen, um „Laudato si“ zu unterstützen, voranzutreiben, in diesem Sinne insbesondere die ökologische Umkehr.

Meine letzte Frage ist auch in meinem persönlichen Interesse. Ich war 18 Jahre lang Missionar in Westafrika, daher weiß ich um diese Themen und Diskussionen Bescheid. Wir sind in gewissem Sinne alle Missionare: Wie sehen Sie die Rolle der Mission in der Kirche von heute?
Die Mission der Kirche von heute ist eine größere Herausforderung, weil unsere Welt kleiner wird. Und wir wissen um die Bedürfnisse in verschiedenen Teilen der Welt, deshalb sollten wir alle uns unserer Mission bewusst sein. Wir können nicht nur in unserem Teil der Welt bleiben, wir müssen uns um die Bedürfnisse der Menschen in verschiedenen Teilen der Welt annehmen, insbesondere um die Hilfsbedürftigen. Denn, was immer in einem Teil der Welt geschieht, beeinflusst auch die anderen Teile der Welt. Das ist der Grund, warum wir nicht davor weglaufen können und warum wir als Missionare uns um die Rettung der gesamten Welt kümmern sollten.

(Interview: Bruder Günter Mayer SDB, Transkription und Übersetzung: Brigitte Sonnberger)

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