Kirchliche Hilfswerke gaben 102,3 Millionen Euro

Eine Studie zeigt das Vertrauen in kirchliche Entwicklungshilfe.
Salesianermissionar Kiesling ist seit mehr als 30 Jahren Missionar im Kongo. Die Hilfe aus Österreich sichert die Projekte vor Ort. Foto: Franz Schmid

Die Bevölkerung traut einer Umfrage in Deutschland zufolge vor allem den Kirchen und ihren Hilfswerken eine wirksame Entwicklungshilfe zu. In einer Vertrauensskala stehen sie mit 51 Prozent an erster Stelle vor den Vereinten Nationen und privaten Initiativen  Das geht aus der repräsentativen Umfrage des Instituts für Demoskopie Allensbach im Auftrag der Global Perspectives Initiative hervor, die am Mittwoch, dem 29. November 2017 in Berlin veröffentlicht wurde.

Von dem Studienergebnis nicht überrascht zeigt sich Heinz Hödl, Geschäftsführer der Koordinierungsstelle Entwicklung und Mission (KOO) der Österreichischen Bischofskonferenz. Die Entwicklungsarbeit kirchlicher Organisationen zeichne sich sowohl durch das Ausmaß der abgewickelten Mittel als auch durch besondere Qualitätsmerkmale aus, kommentierte er gegenüber der Nachrichtenagentur Kathpress. Kirchliche Hilfswerke seien in den Zielländern gut verankert: "Durchgeführt werden Projekte mit Partnerorganisationen, die vor Ort ansässig sind und die Menschen und deren Kultur, Religion und Leben gut kennen", schilderte Hödl. Die Don Bosco Mission Austria ist als Mitglied in der KOO über das Studienergebnis erfreut.

Gute Entwicklungsarbeit setze eine solide Kenntnis vom sozio-religiösen Kontext voraus. In manchen Ländern wachse zwar die Wirtschaft, gleichzeitig nehme aber die Armut zu, so Hödl: "Was bedeutet schon Wachstum, wenn es nicht auch die Ärmsten erreicht und ihr Leben verbessert? Unsere Hilfe dagegen erreicht die Basis und ist für viele überlebensnotwendig."

Dass es "zu viel Bürokratie und zu wenig Geld für Projekte" gebe, höre auch er immer wieder in Gesprächen mit Kirchenvertretern und NGOs aus Entwicklungsländern, schilderte KOO-Experte Hödl. Kirchliche Hilfe geht aber einen anderen Weg. Vor dem Hintergrund jahrzehntelanger Erfahrung in der Entwicklungszusammenarbeit sei die Kirche ein idealer Partner für den effektiven Einsatz von Hilfsgeldern. Die kirchlichen Partnerorganisationen hätten "enormes Wissen aufgebaut und viel Erfahrung gesammelt, was die Wirksamkeit von Programmen und Projekten erhöht", erklärte Hödl. Abgedeckt würde eine große Themenvielfalt wie Landwirtschaft, Bildung, Gesundheit und Mikrokredite.

Die kirchlichen Hilfswerke Österreichs haben im Vorjahr mit insgesamt 102,3 Millionen Euro Projekte der Entwicklungszusammenarbeit gefördert. Laut dem Jahresbericht der "Koordinierungsstelle der Österreichischen Bischofskonferenz für internationale Entwicklung und Mission" wurden von den Mitgliedsorganisationen der KOO im Jahr 2016 insgesamt 3.763 Entwicklungsprojekte in 136 Ländern unterstützt.

(kap/red)

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