Herr, gib mir dieses Wasser (Joh 4,15)

Die Tagung zum Jahresleitgedanken der Don Bosco Familie 2018.
Pflegen wir die Kunst des Zuhörens und Begleitens.
Eine große Gruppe machte sich viele Gedanken zum Jahresleitgedanken. Unter ihnen waren Provinzleiterin Schwester Maria Maul, Provinzial Pater Petrus Obermüller und Erzbischof emeritus Alois Kothgasser.

Der jährliche Jahresleitgedanke des Generaloberen der Salesianer, Don Angel Artime, hat eine lange Tradition. Am 20. Jänner 2018 organisierte das Don Bosco Bildungsforum unter der Leitung von Lana Ivanjek einen Studientag in den Don Bosco Schulen Vöcklabruck. Mit dabei waren 120 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus der Don Bosco Familie. 

„Das gute Zuhören ist eine Kunst“, das betonte Jesuitenpater Reinhold Ettel in seinem Hauptreferat mehrfach. Und er erinnerte an unsere Sinneswahrnehmung: „Ohren kann man nur verstopfen, wenn man nichts hören will.“ Was ist nun wichtig beim Zuhören? Man sollte den anderen hören wollen, denn es geht um die Person, der man zuhört. Das ist wertschätzend und achtsam.

Pater Reinhold Ettel ist Jesuit und hat Philosophie, Theologie, Psychologie und Pädagogik studiert. Er arbeitete in der action 365, Erwachsenenbildung, Ehe- und Familienpastoral, Eheberatung und bei Marriage Encounter.

Beim Zuhören sollten Sender und Empfänger einander wahrnehmen. Pater Ettel erklärte dazu das „Modell der vier Ohren“ nach Friedemann Schulz von Thun: Es gibt den Sachaspekt (Worüber ich informiere), die Selbstoffenbarung (Was ich von mir selbst kundgebe), den Beziehungsaspekt (Was ich von dir halte oder wie wir zueinander stehen) und der Appellaspekt (Wozu ich dich veranlassen möchte).

Welche Aufgaben haben nun Geistliche Begleiter? Pater Ettel führte dazu aus: „Geistliche Begleiter sind im Idealfall Menschen, die das Handwerk Gottes ergriffen haben. Sie entmündigen nicht, denken nicht für den anderen und nehmen dem anderen auch Entscheidungen nicht ab.“ Gute geistliche Begleiter lassen sich übrigens selber begleiten.
Ein weiterer Punkt ist das „heilsame Zuhören“. Dieses ist für Pater Ettel eine besondere Form, um auch Konflikte zu bewältigen. Wie gelingt dieses Zuhören? Es geht um kultiviertes Mitteilen durch Ich-Botschaften, anstatt Vorwürfe, Anklagen oder Drohungen zu formulieren. Der Zuhörer soll nachfragen, beim Zuhören bleiben – das Gegenüber soll sich als gehört erleben.

Am Nachmittag standen fünf Workshops auf dem Programm:
Viel Bewegung gab es bei „Was für ein Theater?“ Pater Ettel vertiefte seinen Vortrag im Austausch mit der Gruppe „Haltungen für ein respektvolles Zuhören“. Bruder Günter Mayer analysierte in seiner Arbeitsgrupppe den Wert des Wassers in Afrika: „Arbeiten mit jungen Menschen.“ Ruth Winter aus den Don Bosco Schulen Vöcklabruck beschäftigte sich mit der „Empathie als Voraussetzung für gelingende Begegnungen und Begleitung“ und Pater Siegfried Kettner dachte mit seinen Teilnehmerinnen und Teilnehmern darüber nach, wie „Jugendliche im Geist Don Boscos begleitet werden.“


In der gemeinsamen Messfeier am Ende des Tages formulierte Provinzial Pater Petrus in seiner Predigt noch eine abschließendes Wort: „Durch die Stille nehme ich Gott wahr. Gott ist immer da. Ich muss nur hinhören.“ Und welche Anregung gab Pater Ettel seinen Zuhörerinnen und Zuhörern mit auf den Weg? „Achten Sie, wie Sie aufeinander hören.“

Zwei Jubiläen wurden extra erwähnt: Karl Peraus von der Ehemaligenbewegung und Salesianischer Mitarbeiter und Christiane Liebl, Provinzkoordinatorin der Salesiansichen Mitarbeiter feierten im Jänner ihren 70. Geburtstag. Die Don Bosco Familie gratulierte mit zwei Torten und viel Applaus.

(Sophie Lauringer, Fotos: Leo Arul Doss SDB)

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