Gut gebaut

Baufortschritt im neuen Heim des Don Bosco Flüchtlingswerks.
Ein Stück Berliner Mauer für einen guten Grundstein und gegen Gewalt, ein Bleistift für Bildung und gute Wünsche für die künftigen Bewohner.

Mit einer Segensfeier ist am Dienstag, dem 8. August die (nachträgliche) Grundsteinlegung für den Neubau des Flüchtlingsheims für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge (UMF) des Don Bosco Flüchtlingswerks in Wien-Inzersdorf begangen worden. Das Flüchtlingshaus "Abraham" ist ein Neubau, in dem künftig 30 unbegleitete minderjährige Flüchtlinge wohnen werden. 

Flüchtlinge als Chance sehen
Ein Geschenk von Pater Petrus Obermüller SDB, Provinzial der Salesianer Don Boscos, wurde jetzt beim Grundsein eingesetzt. Ein Stück Berliner Mauer soll erinnern: "Wie würde es uns gehen, wenn wir aus Syrien nach Europa fliehen müssten? Wir haben vor mehr als 25 Jahren die Berliner Mauer niedergerissen udn dann um Europa eine Mauer aufgebaut. Sehen wir Flüchtlinge als Chance und nicht als Hindernis in unserem Land."

Der zweigeschoßige Neubau entsteht in der Oldenburggasse, in unmittelbarer Nähe des alten Wohnhauses "Abraham", das nach fast 15 Jahre als Zuhause für UMFs ausgedient hat. Das neue Wohnhaus der "OMS Objekt Management Service GmbH" werde vom Don-Bosco-Flüchtlingswerk, einer Initiative der Salesianer Don Boscos, der Don Bosco Schwestern und von "Jugend Eine Welt", nach Fertigstellung angemietet. Das Bauvolumen beträgt rund 1,5 Millionen Euro.

Die sechs geplanten Wohneinheiten sind als Wohngemeinschaften mit Doppel- und Dreibettzimmern, gemeinsamer Küche und Sanitäranlagen für jeweils fünf Personen konzipiert. Spatenstich für das neue Haus war Anfang April 2017. Im April 2018 soll es bezugsfertig sein.

Die künftigen Bewohner werden zwischen 14 und 18 Jahre alt sein und vor allem aus Somalia, Afghanistan und Syrien kommen. Das Flüchtlingswerk versucht den Jugendlichen einen strukturierten Tagesablauf zu ermöglichen. "Sie nehmen an einem Bildungsprogramm teil", so Kern. Und auch über die Bildungsprogramme hinaus werden die Jugendlichen betreut, so etwa im Jugendzentrum "Come in", das ihnen den Kontakt zu österreichischen Jugendlichen ermöglichen soll. Kern: "Es geht uns darum, Jugendliche Jugendliche sein zu lassen, ohne ihnen gleich den Stempel Flüchtling aufdrücken zu wollen."

Für jene Jugendliche, die das 18 Lebensjahr vollendet haben und somit aus der Betreuung für UMFs fallen, hat das Flüchtlingswerk sechs Betreuungsplätze in Niederösterreich eingerichtete, weitere für Wien seien in Planung, so Kern.

(KAP/red)

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