Fremdes bereichert

Diskussion der Ordensgemeinschaften über Migration und Flucht auf dem Wiener Hauptbahnhof.
Foto: Ordensgemeinschaften

Dass Fremdes die Gesellschaft bereichert, war der Tenor bei einem Pressegespräch der Ordensgemeinschaften im Rahmen ihrer Reihe "5 vor 12". Als Schauplatz wurde am Dienstag, dem 1.8. 2017 mit einem Bahnsteig auf dem Wiener Hauptbahnhof ein außergewöhnlicher Ort für ein Pressegespräch gewählt, der zugleich zum Thema passte, kamen 2015 doch tausende Flüchtlinge dort an.

Manuela Etl vom "Train of hope" war am Bahnhof Gesprächspartnerin. Dass auch aus Notsituationen Geflohene durchaus etwas in die Gesellschaft einbringen könnten, darüber waren sich die Teilnehmer bei der Pressekonferenz einig. "Diese Menschen bereichern die Gesellschaft sowohl mit ihren Fähigkeiten und Talenten als auch durch ihre Kultur und Traditionen, die sie mitbringen", betonte Etl im Widerspruch zur Abwehrhaltung gegenüber Flüchtlingen in Teilen der Gesellschaft. Vorbehalte würden politisch verstärkt durch Botschaften wie "Fremdes ist schlecht". Das schüre die Ängste der Menschen vor dem, das sie nicht kennen, so Etl. Gerade wenn wichtige Persönlichkeiten und Vorbilder zu einem negativen Stimmungsbild beitrügen, drohe "eine Katastrophe".

Etl plädierte für eine Öffnung des Arbeitsmarktes für Flüchtlinge: "Die Leute brauchen Jobs, die müssen was tun. Sie wollen nicht zwei Jahre im Camp sitzen." Die Zusammenarbeit mit Firmen gestalte sich aber schwierig - was zum Teil verständlich sei, weil diese anfangs eine Mehrbelastung bewältigen müssten. Langfristig gesehen, sei Arbeit für Asylwerber aber eine Zukunftsinvestition, betonte Etl. Sie lobte einzelne Konzerne, die Flüchtlingen etwa ein Volontariat ermöglichen.

(KAP)

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