Eine wechselvolle Geschichte

95 Jahre Don Bosco in Fulpmes 1923 – 2018
Pater Josef Zauner (Hausdirektor), Pater Herbert Meißl (Seelsorger) und Pater Hans Siegmann (Leiter des Schülerheims)

Der Abend des 26. Jänner stand im Schülerheim Fulpmes ganz unter dem Motto „95 Jahre Salesianer in Fulpmes“.

Etwa 150 Zuhörer und Zuhörerinnen verfolgten mit großem Interesse die Ausführungen des Dorfhistorikers Peter Lanthaler, der die Jahre 1923 bis 2018 Revue passieren ließ. Im Dorf wird er unter anderem als Vorbeter bei Totenwachen geschätzt, wo er das, was er von den Angehörigen erzählt bekommt, immer wieder in persönliche Texte und Gebete einfließen lässt.

Dieses Hinhören im Gespräch schenkt ihm auch viele Geschichten von Zeitzeugen, die Vorträge wie jenen über die Salesianer, bereichern. So konnte er so manche Berichte aus der Blütezeit des Don Bosco-Oratoriums zwischen den beiden Weltkriegen zum Besten geben.

Nachdem die Salesianer 1923 auf Ersuchen des Fulpmer Gemeinderates, in ein zur Verfügung gestelltes Hotel eingezogen sind, um sich um die vielen Jugendlichen zu kümmern, die das Metallhandwerk erlernen wollten. Blütezeit auch deswegen, weil damals viele Priesterstudenten, die damals mit den Salesianern ins Hotel eingezogen waren, Bezugspersonen für Jugendliche aus dem ganzen Stubaital geworden sind, mit denen dann viele Freizeitaktivitäten (Theater, Wanderungen, etc.) gestartet wurden.

Ein Bescheid hat am 15. Oktober1938 das Hotel zu einer Hochgebirgsjägerkaserne umfunktioniert und nach dem 2. Weltkrieg war die französische Besatzungsmacht Herr im Haus. In dieser Zeit gab es mit den Fachschülern und Lehrlingen Probleme im Dorf. Es wurde gestohlen, eingebrochen, die Gendarmerie war mit jeder Menge von Gaunereien beschäftigt. Die Leute im Dorf hatten Angst.

1953 ersuchte eine Gemeindeabordnung die Salesianer, das demolierte Hotel als Bonifatiusinstitut wieder in ihre Hände zu nehmen. Alle Dorfbewohner versprachen Hilfe beim Wiederaufbau und sie sind gekommen! Von da an, so sagte der damalige Gendarmariepostenkommandant, hatten sie in diesem Zusammenhang keine Arbeit mehr. 

Die Tätigkeit der Salesianer wurde wieder zum Segen für Dorf und Pfarre. 1972 wurde neu gebaut, da das alte Haus nicht mehr den Anforderungen entsprach. Es wurde abgerissen. Das Werk im Geiste Don Boscos geht weiter bis in die heutige Zeit. Es ist eine Symbiose zwischen HTL, Fachschule und Schülerheim. Für sich allein kann keines bestehen. Mit Menschlichkeit, mit gutem Essen, mit Lernbetreuung, Aushilfen im Seelsorgeraum, leistet das Team im Schülerheim im Geiste Don Boscos viel Gutes, damit das Leben junger Menschen gelingt.

Musikalisch bezaubernd ergänzt wurde der Referent Peter Landthaler durch die beiden jungen Musikerinnen von „Zupf und Ziach“. Ihre Musikstücke sowie einige alte Bilder vom Hotel und Dorf, unter der technischen Assistenz von Franz Schwienbacher, HTL-Direktor i.R., machten die Feierstunde rund und harmonisch. Danke an alle Beteiligten!

(Pater Josef Zauner SDB, Foto: Bezirksblätter/Patricia Siller)

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