"Entwicklungsmilliarde" für Afrika

Die Don Bosco Mission Austria unterstützt zentrale Forderungen kirchlicher Entwicklungshilfe-NGOs bei der Herbsttagung der Ordensgemeinschaften.
P. Franz Pilz (Leiter des Missionsreferates), Sabine Kroissenbrunner (Außenministerium), Heinz Hödl (KOO) c) Ordensgemeinschaften Österreich/Magdalena Schauer

Heinz Hödl, der Geschäftsführer der "Koordinierungsstelle für internationale Entwicklung und Mission" (KOO) skizzierte bei Herbsttagung der Ordensgemeinschaften in Wien zentrale Forderungen kirchlicher Entwicklungshilfe-NGOs an Koalitionsverhandler, darunter u.a. eine "Entwicklungsmilliarde für Afrika": "Wir fordern, dass sich Österreich als verantwortungsvolles Mitglied der internationalen Gemeinschaft den globalen sozialen, wirtschaftlichen und ökologischen Herausforderungen stellt.

„Auch die Salesianer Don Boscos setzen Solarenergie und alternativen landwirtschaftlichen Anbau in ihren Missionen ein“, berichtet Bruder Günther Mayer, Geschäftsführer der Don Bosco Mission Austria. „Auch wir verstehen das als Beitrag zum Klimaschutz in unserer Verantwortung für die Schöpfung.“

Hödl unterstrich die Forderung heimischer entwicklungspolitischer Hilfsorganisationen, wonach die künftige Regierung im Rahmen eines "Marshallplans für Afrika" in den kommenden fünf Jahren eine Milliarde Euro in die Entwicklungshilfe für Afrika investieren soll. Über Österreich hinaus sollte die Regierung während der österreichischen EU-Ratspräsidentschaft im zweiten Halbjahr 2018 einen Afrika-Schwerpunkt setzen.

Hödl forderte von der künftigen Regierung weiters auch die entschiedenere Umsetzung der von den Vereinten Nationen 2015 beschlossenen 17 "Nachhaltigen Entwicklungszielen", wonach bis 2030 Hunger und Armut weltweit überwunden werden sollen. Die Entwicklungsziele gehen über die bisherige Entwicklungspolitik hinaus und bilden Leitlinien für nachhaltige Entwicklung auf wirtschaftlicher, ökologischer und sozialer Ebene. An erster Stelle steht weiterhin die Überwindung von Armut und Hunger. Ebenso bleiben Gesundheit, Bildung und der Schutz von Lebensgrundlagen auf der Agenda. Allerdings kommen auch gesellschaftspolitische Ziele wie Gleichheit der Geschlechter, eine gerechte Steuerpolitik, die Verringerung der Ungleichheit zwischen Staaten oder der Zugang zu Rechtshilfe und inklusive Institutionen hinzu.

Der KOO-Geschäftsführer sprach in diesem Zusammenhang auch von einer Chance für Österreich: Würde Österreich die gesamte Umwelt-und Förderpolitik auf der Basis der 17 Nachhaltigkeitsziele ausrichten und gleichzeitig keine Ziele mehr aktiv fördern, die diesen Nachhaltigkeitszielen widersprächen, dann würde Österreich gemäß einer Studie des Österreichischen Instituts für Wirtschaftsforschung (WIFO) jährlich 4,7 Milliarden Euro einsparen.

Faire Steuern und Handel

Hödl forderte die Regierungsverhandler weiters auf, die staatlichen Budgetmittel für Maßnahmen der Entwicklungszusammenarbeit und Humanitären Hilfe zu erhöhen und zweckgebunden einzusetzen. Weiters rief er zur aktiveren Unterstützung von EZA-Partnerländern im Kampf gegen Steuerhinterziehung und Korruption und beim Aufbau progressiver nationaler Steuersysteme auf. Zudem brauche es endlich eine gerechte Besteuerung transnationaler Konzerne.

Eine weitere KOO-Forderung betrifft die Umsetzung einer fairen Handelspolitik. Fairer Handel bedeute, die Überschwemmung afrikanischer Märkte durch EU-subventionierte Obst-, Gemüse, Milch- und/oder Fleischprodukte zu beenden, und damit ein Ende der Zerstörung lokaler und regionaler Produktion und Märkte, so Hödl.
Er mahnte auch einmal mehr die Regierung zu einer ambitionierten Klimapolitik. "Der komplexe Zusammenhang zwischen den Themen Klimaschutz, Energiepolitik, Einhaltung des Paris Vertrages lässt sich auf eine konkrete Zielsetzung zusammenfassen: Österreich muss seine Treibhausgas Emissionen jährlich zumindest um 3 Millionen Tonnen senken", so Hödl.

Hödl äußerte sich bei Missionstag der heimischen Ordensgemeinschaften im Wiener Kardinal König-Haus. Veranstalter des Missionstages ist das Missionsreferat der Ordensgemeinschaften, das die missionarisch tätigen Ordensgemeinschaften Österreichs vernetzt. Auch in der "Koordinierungsstelle der Bischofskonferenz für Mission und Entwicklung" (KOO) sind Vertreter der Missionsorden wie die Salesianer Don Boscos präsent.

(KAP/red)

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