Ein normales Leben

Die Salesianer betreuen ehemalige Kindersoldaten in Kolumbien.
Die Jugend kann im Ciudad Don Bosco wieder träumen. Foto: Misiones Salesianos Madrid
Pater Bejanero freute sich beim Gespräch über die Ostergrüße in Österreich.

Pater Rafael Bejarano war im März auf Besuch bei “Volontariat bewegt” und hat den Leiter der Don Bosco Mission Bruder Günter Mayer getroffen.

Mit seinem Mitarbeiter Juan Pablo Sandoval aus der Ciudad Don Bosco in Medellin hatte Pater Bejarano Zeit für ein Interview über Kolumbien, ein Land das in Europa vor allem für Drogen und den Bürgerkrieg bekannt ist. Dieses Bild gefällt dem Salesianerpater nicht sehr gut, wie er sagt.

Pater Bejarano, gibt es Frieden in Kolumbien?
Das Thema Frieden ist sehr weit gefasst. Der Friedensdiskurs der letzten Jahre in Kolumbien wurde jedoch mit den Dialogen mit der FARC in Verbindung gebracht. Unter diesem Gesichtspunkt wurde ein Vertrag abgeschlossen, der zu einem sehr schwierigen Umsetzungsprozess geführt hat. In Kolumbien gibt es aber seit vielen Jahren Erfahrungen des Friedens und wir sehen es täglich im Leben der gewöhnlichen Bevölkerung.

Leider hat der Konflikt mit der Guerilla mehr in den ländlichen Gebieten stattgefunden. Die Bauern haben in vielen Teilen des Landes untern den Folgen der Gewalt erlitten. Aber auch in den Städten gibt es schwierige Situationen, in denen organisierte Kriminalität und soziale Ungerechtegikeit zu großen Konflikten zwischen den gesellschaftlichen Schichten führen.

Kolumbien ist ein Entwicklungsland. Kolumbien ist auch ein Land mit vielen Ressourcen. Wir müssen sehen, dass Kolumbien eine sehr große Nation ist. Ein großes Problem Kolumbiens ist die soziale Ungleichheit. Die politische und soziale Situation des Landes hat eine große Kluft zwischen Großgrundbesitzern und einem großen Teil der Bevölkerung geschaffen, die keinen Zugang zu sozialer Sicherheit und Vermögen hat. Unbestreitbar ist jedoch, dass es es viele Konfliktsituationen und Gewalt im Land gibt. Wir müssen uns dabei vor Augen halten, dass das nicht das einzige Thema in unserem Land ist.

Wenn Sie in Kolumbien ankommen, werden Sie feststellen, dass es ein Land von fröhlichen, freundlichen Menschen ist. Mit viel Hoffnung und Entschlossenheit wollen sie eine bessere Zukunft aufbauen. Auch wenn es viele schreckliche Situationen gibt, ist Kolumbien ein großartiges und wundervolles Land.

Wie war das Leben der Menschen in diesen Bürgerkriegsjahren?
Die Menschen in Kolumbien haben sehr schwierige Situationen erlebt, aber das kolumbianische Volk war stark und hat es geschafft, diese zu überwinden. Ich will aber klargestellen, dass wir beim Krieg in Kolumbien nur über bestimmte Orte sprechen – und leider sind es die Ärmsten, die unter diesen Angriffen gelitten haben.

Wie können die betroffenen jungen Menschen verstehen, wie sich diese Situation in Kolumbien entwickelt hat?
Der Konflikt in Kolumbien durchdringt einige der am wenigsten entwickelten Gebiete des Landes. Deshalb waren Kinder eine leichte Beute, um sich den Reihen der bewaffneten Gruppen einzugliedern. Ein Kind ist leicht zu überzeugen und sie glauben an die Versprechen, die ihnen gemacht werden. Es ist einfach, Kinder zu kontrollieren. Deshalb waren sie perfekte Soldaten für die Guerilla.

Wie ist das Leben der ehemaligen Kindersoldaten jetzt?
Das Programm für junge Kindersoldaten gibt es seit 16 Jahren. Bei uns Salesianern haben als 2.500 Burschen und Mädchen unser Programm durchlaufen, damit sie ein neues haben können Leben. Jetzt können sie das Leben eines Jugendlichen leben. Sie können sich wieder in die Gesellschaft integrieren, weil sie einen Schulabschluss haben. Sie können in ihre Heimat zurückkehren und ein normales Leben führen. Und sie können wieder träumen. Sie werden eine Gesellschaft aufbauen, die Kinder willkommen heißt und uns nicht ablehnt.

Ist es diesen Kindern und Jugendlichen möglich, später ein normales Leben zu führen?
Es ist möglich, ein normales Leben zu führen. Das ist nicht einfach. Aber unsere Schützlinge, die sich dafür entscheiden, erreichen ihr Ziel. Sie nützen die Angebote der Berufsausbildung und haben dann gute Arbeitsplätze. Ja, sie sind dann wirkliche Stützen in den Firmen, in denen sie arbeiten. Darüber hinaus gibt es bereits viele, die einen Partner gefunden haben und geheiratet haben und ein solides und verantwortungsvolles Zuhause haben.

Wird das Ciudad Don Bosco von der öffentlichen Hand unterstützt?
Das ICBF (Kolumbianisches Institut für Familienfürsorge) ist die nationale Einrichtung, die für die Betreuung und das Wohlergehen von Minderjährigen verantwortlich ist. Unsere Kooperation mit dem ICBF betrifft das Programm für die ehemaligen Kindersoldaten. Das sind ungefähr 52% dr Kosten. Für den Rest suchen und bitten um Spenden, Sponsoring oder andere Kooperationen.

Die Don Bosco Mission Austria gibt Unterstützung für das Ciudad Don Bosco in Medellin/Kolumbien gerne weiter: JETZT SPENDEN

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