Franziskus und der selige Ceferino

Der Papst erklärt den Salesianerseligen aus dem Stamm der Mapuche zum Vorbild für Priester.
Ceferino Namancura (1886-1905) wollte Salesianerpriester werden.

Papst Franziskus hat den jugendlichen Salesianerseligen Ceferino Namuncura gewürdigt, der Mitglied der argentinischen Ureinwohner-Volkes der Mapuche war und vor zehn Jahren seliggesprochen wurde.

Der Gedanke an den innigen Wunsch des jungen Ceferino Namuncura, Priester zu werden um seinem Volk zu dienen, tue ihm selbst sehr gut, denn "so soll es sein", schrieb Franziskus in einem Brief an den Diözesanbischof von Viedma, Esteban Laxague.

Ein Priester solle sich immer mit seinem Volk identifizieren - "und zwar derart, dass er seine Zeit, sein Leben und seine Person den Menschen widmet", so der Papst in seinem Brief. Die Jugend verstehe es, "mit Großzügigkeit zu antworten, wenn sie Christus begegnet, mit einem Zeugnis von authentischem und wahren Leben, wie dies bei Ceferino der Fall war". Er hoffe, dass viele Jugendliche auch heute in Jesus die Liebe ihres Lebens und den Impuls zur Hingabe für die anderen finden könnten, schrieb der Papst.

Ceferino war Sohn des Mapuche-Häuptlings Manuel Namuncura und wuchs am Ufer des Rio Negro auf. Er wurde vom Salesianermissionar Domingo Milanesio, der mit seinem Vater befreundet war, getauft. Um seinen Sohn für seine Nachfolge auszubilden, schickte der Vater Ceferino elfjährig zum Studium nach Buenos Aires. Der Junge besuchte hier die Schule der Salesianer und beschloss, selbst Priester zu werden. 1903, als Ceferino 16 Jahre alt war, nahm ihn der Ortsbischof Johannes Cagliero als Aspirant in den Orden der Salesianer auf.

Ceferino erkrankte jedoch an Tuberkulose, woraufhin Salesianerbischof Cagliero ihn aufgrund günstigerer Klimabedingungen zum Fortsetzung des Studiums nach Italien schickte. Ceferino besuchte zunächst die Schule in Turin und später das Salesianerkolleg in Frascati, begegnete u.a. Papst Pius X. und den Salesianer-Generaloberen Michele Rua. Die Ärzte konnten seine Krankheit jedoch nicht heilen: Ceferino starb am 11. Mai 1905 in Rom. Sein Leichnam wurde 1924 in seine Heimat überstellt und in Fortin Mercedes beigesetzt.

1944 wurde für Ceferino der Heiligsprechungsprozess eingeleitet. Seit 1972 bezeichnete ihn der Vatikan als verehrungswürdig, ehe er am 11. November 2007 seliggesprochen wurde. In Argentinien findet in Ceferinos Geburtsort Chimpay jedes Jahr um seinen Geburtstag am 26. August 1886 eine Wallfahrt zu Ehren des Seligen statt.

Papst Franziskus berichtete in seinem Brief, er habe als Erzbischof von Buenos Aires an der Seligsprechung teilgenommen. Viele Menschen aus verschiedensten Regionen hätten den neuen Seligen gefeiert, "der nie seine Wurzeln, sein Volk und seine Kultur vergessen hat".

(KAP/red)

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