Arbeit ist Gebet?!

Ein Besinnungstag der Katholischen Arbeiterjugend und Arbeiterbewegung in Eisenstadt.
Pater Altenburger (Mitte) beschäftigte sich mit dem Begriff der Arbeit bei Don Bosco.

Salesianerpater Dietrich Altenburger SDB, Lehrer am Don Bosco Gymnasium Unterwaltersdorf, gestaltete zur Frage „Arbeit ist Gebet?!“ am Samstag, dem 4. November 2017 einen Studientag im Haus der Begegnung Eisenstadt. Dabei betrachtete er diese beiden Lebensbereiche in der Perspektive Don Boscos und dessen seelsorglich-pädagogischen Weg und stellte mit der Pädagogin Maria Szigeti sowie dem KAB-SeelsorgerErnst Pöschl einen Konnex zum Arbeiterjugendseelsorger Joseph Cardijn (1882-1967) her.

Don Boscos Leben war dem vollen Einsatz bedürftiger junger Menschen gewidmet. Am Ende seines Lebens wird er resümierend feststellen: „Ich habe mein ganzes Leben der Jugend gewidmet, in der Überzeugung, dass von ihrer gesunden Erziehung das Glück der Nation abhängt.“

Der Himmel ist nicht für Faulenzer geschaffen. Don Bosco
Nach heutigen Maßstäben würde man Don Bosco als Workaholic bezeichnen. Er schlief nicht mehr als fünf Stunden, eine Nacht in der Woche arbeitete er durch. Er entwarf Baupläne, gab Unterricht, übernahm Predigten und Pfarraushilfen im ganzen Land, schrieb Bücher und Broschüren, unzählige Briefe und Behördengesuche. Wenn Not am Mann war, sah man ihn mit umgebundener Schürze beim Kochen, Waschen, Putzen, Reparieren.

Er verlange viel und verlangte dies auch von anderen. So hat Don Bosco seinen Mitbrüdern und Mitarbeitern auch drei Versprechen gegeben: „Brot, Arbeit und den Himmel.“ Was hat ihn angetrieben? „Wenn es um Dinge geht, die der gefährdeten Jugend dienen und helfen, Menschen für Gott zu gewinnen, gehe ich bis zur Verwegenheit.“

Die „Lehrverträge“: Sonntagsruhe und Jahresurlaub
Seinem direkten Einfluss war es auch zu verdanken, dass die Jugendlichen nach ihrer Ausbildung einem „Verein zur gegenseitigen Hilfe“ beitreten konnten, in dem schon 1850 Krankengeld und Arbeitslosenunterstützung gewährt wurde. Im Herbst 1853 wurden im Oratorium von Valdocco die Werkstätten für Schuhmacher und Schneider eröffnet. Der erste Ausbilder für die Schuhmacher war Don Bosco selbst. Danach kamen die Buchbinder, Schneider, Tischler, Drucker und Schlosser. Sechs Werkstätten für "vater- und mutterlose Waisenjungen, die sehr arm und total verlassen sind", ist im Programm zu lesen.

Im Archiv der Salesianer werden einige seltene Dokumente aufbewahrt: ein Lehrvertrag, auf einfaches Papier geschrieben, datiert mit November 1851, und ebenso ein zweiter Lehrvertrag mit Datum vom 8. Februar 1852. Beide sind unterschrieben vom Arbeitgeber, vom Lehrjungen und von Don Bosco. In diesen Verträgen, die zu den ältesten in Turin aufbewahrten für junge Lehrlinge gehören, legt Don Bosco seinen Finger auf mehrere wunde Punkte. Einige Lehrherren nutzten ihre Lehrlinge aus als Knechte oder als „Mädchen für alles“. Don Bosco verpflichtete sie hingegen, die Jugendlichen ausschließlich in ihrem Handwerk einzusetzen. Die Lehrherren prügelten und Don Bosco verlangte, dass sie nur mit Worten korrigieren. Er kümmerte sich um die Gesundheit, um die sonntägliche Ruhe und um den Jahresurlaub.

Drei Jahre nach dem Tod Don Boscos 1888 hat Papst Leo XIII. (1810-1903) die erste Sozialenzyklika herausgegeben. Die praktischen Handlungsprinzipien Don Boscos und anderer sozial Tätiger wie dem bekannten deutschen Sozialpionier Adolph Kolping (1813-1865), nämlich dort einzuspringen und zu helfen, wo der Einzelne aus eigenen Kräften nicht mehr fähig dazu ist, wurde theoretisch im „Subsidiaritätsprinzip“ eingefangen, das einen zentralen Baustein der katholischen Soziallehre bildet.

Beim Prozess der Heiligsprechung dieses großen Priesters, Ordensgründers und Sozialpioniers wurde auch sein priesterliches Gebetsleben näher betrachtet und der sogenannte „Advocatos Diaboli“ - der Vertreter der Gegenseite - stellte die Frage: „Wann hat Don Bosco gebetet?“ Papst Pius XI. formulierte in seiner Antwort diese Frage um und meinte: „Wann hat Don Bosco nicht gebetet?“ Don Bosco wurde schließlich 1934 heiliggesprochen und wird weltweit als Schutzpatron der Jugend verehrt.

(sl/pda)

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